Unser Weg für Michelhausen | 1
Wir wollen Michelhausen auf starke und sichere Beine für die Zukunft stellen.
Wirtschaft, Arbeit, Standort
Eine wesentliche Basis und Grundlage für Lebensqualität und Fortschritt in einer Gemeinde sind eine funktionierende Wirtschaft und ein attraktiver Standort. Wir wollen unsere Lage am Bahnhof Tullnerfeld nutzen und unsere Gemeinde als starken Wirtschaftsstandort etablieren. Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe zum Wohnort sind das Ziel, Einnahmen durch die Kommunalsteuer ein wesentlicher Zusatzaspekt.
Diese Einnahmen aus der Kommunalsteuer eröffnen uns jenen Spielraum, den wir für dringend notwendige und künftig erforderliche Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur, des Straßenbaus, der Freizeiteinrichtungen etc. benötigen. Daher haben die Bestrebungen im Wirtschaftsbereich oberste Priorität.
Vorrangig gilt es, bestehende und gewidmete beziehungsweise bereits versiegelte Flächen für Betriebsansiedlungen zu nutzen. Mit dem Masterplan „Bahnhof Tullnerfeld“ haben wir einen Prozess eingeleitet, der eine gezielte Entwicklung des Areals rund um den Bahnhof zum Ziel hat – maßvoll, qualitätsvoll und bodenschonend. Die Hochwasser-Ereignisse vom September 2024 haben gezeigt, dass wir sehr sensibel umgehen müssen. Die Erkenntnisse aus diesem Ereignis sollen in die künftige Ausrichtung für jedwede Betriebsansiedlung einfließen, etwa für konkrete Bauvorgaben, Umwelt- und Grünraum-Maßnahmen.
Die Flächen rund um den Bahnhof Tullnerfeld sollen für qualitätsvolle hochwertige Arbeitsplätze genutzt werden. Die Nähe zum Wissenschafts- und Forschungsstandort Tulln soll dabei genutzt werden. Der Gedanke einer gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden Langenrohr und Judenau-Baumgarten steht dabei im Vordergrund. Wir sind uns bewusst, dass durch Betriebsansiedlungen auch auf die Verkehrssituation Rücksicht genommen werden muss. Ein überregionales Verkehrskonzept soll hier rechtzeitig auf mögliche Überlastungen, negative Auswirkungen und sinnvolle Alternativen hinweisen.
Im Rahmen des begonnenen Bürgerbeteiligungsprozesses „Michelhausen 2050“ sollen gezielt mögliche Standorte für Betriebsansiedlungen definiert werden. Abseits des zu entwickelnden Unternehmensgebietes rund um den Bahnhof Tullnerfeld sollen vor allem Klein- und Mittelbetriebe, Handwerks- und Gewerbeunternehmen angesiedelt werden.
Finanzen/Budget/Förderungen
Ein sparsamer Umgang mit Steuergeld ist oberstes Prinzip. Förderungen und Unterstützungen sollen zielgerichtet, bedarfsorientiert und effizient eingesetzt und vergeben werden.
- Keine Doppelförderungen mit Bundes- und/oder Landesförderungen.
- Keine Förderungen mit der Gießkanne.
- Keinen generellen Anspruch auf Förderungen.
KommReal Michelhausen
Die 2006 gegründete gemeindeeigene Gesellschaft „KommReal Michelhausen GmbH“ soll aufgelöst werden. Sämtliches Eigentum, Liegenschaften, Vermögenswerte, Verbindlichkeiten sowie Rechte und Pflichten der KommReal sollen wieder in die Gemeindehoheit rückgegliedert werden. Ziel ist, die Kostenstruktur der Gemeinde neu aufzustellen und die Entscheidungsgewalt über die zukünftigen Grundstücksgeschäfte wieder dem Gemeinderat zu übertragen.
Die KommReal wurde gegründet, um Liegenschafts-, Immobilien- und Grundstücksverwaltung für die Gemeinde abzuwickeln. Der ursprüngliche Steuervorteil, den eine solche gemeindeeigene Gesellschaft erzielen konnte, ist mittlerweile gesetzlich gestrichen. Daher sollen die Geschäftsfelder der KommReal im Sinne von Transparenz und Entscheidungshoheit wieder direkt durch die Gemeinde und den Gemeinderat erfolgen.
Verkehr/Mobilität
Mobilität ist die große Herausforderung unserer Zeit in unserer Gemeinde. Es geht um den Ausbau und die Gestaltung unserer Verkehrswege und Verkehrsflächen genauso wie um Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Der Bahnhof Tullnerfeld ist zweifelsohne der Verkehrsknotenpunkt. Oberstes Ziel ist die Anbindung an den Bahnhof zu verbessern und die berühmte „letzte Meile“ so zu gestalten, dass sie auch ohne Auto zu bewältigen ist.
Wir als Gemeinde sind hier eingebettet in ein überregionales Angebot im öffentlichen Verkehr. Bessere und bedarfsorientierte Zubringerdienste zum Bahnhof Tullnerfeld sollen im Verbund mit anderen Gemeinden und den zuständigen Verkehrsdienstleistern eingerichtet werden. Klar ist, dass wir das als Gemeinde nicht alleine bewältigen können.
Für unsere Ortschaften und Siedlungsgebiete setzen wir uns für sinnvolle und machbare Verkehrsberuhigungs- und Verkehrssicherheitsmaßnahmen ein. Neuralgische Punkte oder gefährliche Stellen sollen von Fachleuten geprüft und durch machbare, leistbare Maßnahmen entschärft werden (z.B. Halterkreuzgasse/Talstraße in Michelhausen, östliche Ortseinfahrt Streithofen, etc.). Dazu soll eine eigene Arbeitsgruppe „Verkehrssicherheit“ im Rahmen des Zukunftsprozesses „Michelhausen 2050“ eingesetzt werden.
- Das Verkehrskonzept Pixendorf soll Schritt für Schritt umgesetzt werden.
- Die öffentliche Bushaltestelle in Pixendorf soll näher an den Wohnpark heranrücken.
- Die Zubringerwege (von Osten und Westen) zur Grillenberg-Siedlung sollen ausgebaut werden (verbreitert, Geh- und Radfahrflächen, Beleuchtung). Voraussetzung dafür sind notwendige Grundstücksflächen, die zugekauft werden müssen.
- Die Radwegverbindungen in der Gemeinde sollen im Rahmen des landesweiten „Rad-Basisnetzes“ Schritt für Schritt umgesetzt werden – insbesondere der Lückenschluss zwischen Mitterndorf Richtung Atzenbrugg, sowie der Lückenschluss vom Radweg entlang der Alten Bahntrasse in Richtung Große-Tulln- Radweg soll vorangetrieben werden.
- Die Erneuerung alter Buswartehäuschen in den Ortschaften soll fortgesetzt werden.
- Die bereits geplanten Straßenprojekte „Feldgasse Michelhausen“ und „Angerstraße Rust“ sollen verwirklicht werden.
Nahversorgung/Gastronomie
Auch wenn es nicht zu den Aufgaben der Gemeinde zählt, ein Geschäft zu führen oder ein Gasthaus zu betreiben, wollen wir uns doch bemühen, die Nahversorgungs- und Gastro-Angebote in unserer Gemeinde zu verbessern.
Die zahlreichen Abhof-Einkaufsmöglichkeiten mit dem Angebot an regionalen Produkten unserer Landwirte sind eine immer wichtiger werdende Grundlage einer wohnortnahen Versorgung mit gesunden Lebensmitteln.
Ein regelmäßiger Genussmarkt mit Produkten aus der Gemeinde ist eine Möglichkeit, Produzenten und Konsumenten noch näher zusammenzubringen.
Landwirtschaft
Unsere Bäuerinnen und Bauern sind nicht nur Lebensmittelproduzenten, sondern auch Heger und Pfleger unserer Kulturlandschaft. Sie wirtschaften nicht zum Selbstzweck, sondern erbringen Leistungen, die für unsere Gesellschaft wesentlich sind.
Grund und Boden sind für unsere Landwirte Lebensgrundlage. Ein sparsamer Umgang mit der Ressource Boden ist im ureigensten Interesse der Bauern.
Unser Güterwegenetz ist wichtige Voraussetzung für die tägliche Arbeit der Bäuerinnen und Bauern. Der Erhalt und Ausbau der Güterwege sind daher auch für uns als Gemeinde ein wesentliches und wichtiges Ziel.
Im Nebeneinander der unterschiedlichen Interessen von Wohnen, Freizeit, Mobilität und Landwirtschaft wollen wir uns um einen verständnisvollen Umgang einsetzen.
Umwelt/Energie/Grünraum
Der Erhalt unserer Naturlandschaft, der Erholungs- und Grünräume hat hohen Stellenwert. Grünflächen in den Wohngebieten, sinnvolle Grünraumgestaltung und umweltschonende Maßnahmen sollen nach Möglichkeit umgesetzt werden.
Umweltschutz beginnt bei jeder und jedem Einzelnen, etwa bei der Mülltrennung, bei Energiesparmaßnahmen oder umweltfreundlichen Lebensweisen. Hier Bewusstsein zu schaffen und gezielt Aktionen zu setzen, zählt zu unseren Vorhaben für die nächsten Jahre.
Hochwasserschutz/Feuerwehren
Das Hochwasser im September 2024 hat ungeheure Schäden angerichtet. Die Beseitigung all dieser Schäden ist eine vorrangige Aufgabe und erfordert hohen finanziellen Aufwand.
Dazu gehören die Reparaturen an unserem gesamten Kanal- und Abwassersystem, an den Pumpwerken, Kanalschächten, das Reinigen und Durchspülen der Kanalstränge, das Räumen diverser Auffangbecken, Entwässerungsgräben und Rückhalteflächen.
Die Sofortmaßnahmen an den geschädigten Perschlingdämmen sind in vollem Gang, die Aufarbeitung des Hochwasser-Ereignisses ebenso. Die Erkenntnisse und Erfahrungen des Hochwassers sollen in das bestehende Hochwasserschutz-Projekt eingearbeitet werden, um künftig einen möglichst guten und geeigneten Hochwasserschutz zu haben. Selbstverständlich soll der Hochwasserschutz so rasch wie möglich umgesetzt werden.
Auch kleinere Hochwasserschutzmaßnahmen in den Ortschaften (Mitterndorf, Michelndorf, Pixendorf) sollen möglichst rasch erarbeitet und umgesetzt werden.
Unsere Feuerwehren, die in der Hochwasser-Katastrophe großartige Arbeit geleistet haben, sollen mit den erforderlichen Fahrzeugen und Gerätschaften ausgestattet werden, nicht nur hinsichtlich Hochwasserschutz, sondern auch zur Brandbekämpfung, für Unfalleinsätze und Blackout-Situationen.
Wachstum/Zuzug/Wohnen
Das schnelle Wachstum und der rasante Bevölkerungszuzug der Vergangenheit wurden bereits drastisch eingebremst.
Das Nein zu weiterem großvolumigem Wohnbau bleibt aufrecht. Gezielte und verbindliche Siedlungsgrenzen in der Flächenwidmung haben für die künftige Siedlungsentwicklung absolute Gültigkeit.
Unser Fokus für die nächsten Jahre gilt den jungen Menschen unserer Gemeinde – für sie wollen wir Wohn-Möglichkeiten bieten, damit sie in der Gemeinde bleiben können.
Ortschaften
Als einzige Partei haben wir Kandidaten und Vertreter aus allen acht Katastralgemeinden. Wir sind vor Ort – und das Tag für Tag. Egal, ob bei großen Projekten oder kleinen Anliegen. Unsere Ortschaften machen unsere Gemeinde bunt und vielfältig. In ihnen wird Zusammenhalt, Identität und Verwurzelung gestärkt.
Vor diesem Hintergrund wollen wir die harmonische, sanfte und kluge Weiterentwicklung unserer Ortschaften unterstützen. Wir wollen keine neuen Ortsteile schaffen, sondern den dörflichen Charakter unserer Ortschaften bewahren. Lokale Projekte vor Ort mit Eigeninitiative stärken die Zusammengehörigkeit und sollen unterstützt werden.